| Im Siebenjährigen Kriege am 3. Juli 1760, an einem sehr heißen Sommertage, hat
auf dem Berge der Preußenkönig Friedrich II. Kriegsrat abgehalten. Er wollte die bei
Lichtenberg stehenden Österreicher angreifen. Der Hofeknecht Gottfried Müller aus
Reichenau, der sich später in Niederlichtenau eine Wirtschaft kaufte, hat den König auf
den Berg geführt. Er hielt diesen, infolge seiner Gesprächigkeit, für einen anderen
Offizier. So stand dieser inmitten der Generäle und des Königs, die den Kriegsrat
abhielten. Durch das ehrenbürtige Benehmen der Generäle wurde Müller stutzig und wollte
sich zurückziehen. Der König hielt ihn an und sagte: ,, Bleib Er, Er wird doch keinen Krieg gegen mich führen." So nahm der Hofeknecht am Kriegsrat teil. Ihn interessierten allerdings weniger die strategischen Ausführungen, als die Tatsache, daß der König stark schnupfte und den losen Schnupftabak aus der rechten Hosentasche nahm, wobei er aus der linken Hosentasche Kirschen aß. Aber die Österreicher zogen sich bis hinter Radeberg zurück und es kam nicht zum Treffen. Der nächste Tag, der 4. Juli 1760, war für Oberlichtenau ein Schreckenstag. Durch den Hofeknecht Müller hatte König Friedrich II. erfahren, daß das Schloß dem Grafen Brühl gehörte. Das Schloß sollte durch Artilleriebeschuß dem Erdboden gleichgemacht werden. Doch Pfarrer Lorenz erreichte es, daß nicht geschossen wurde, und man gab sich mit der Plünderung desselben zufrieden. Der Besitzer des Schlosses war zu dieser Zeit Reichsgraf Brühl, der Erzfeind Friedrichs des II. Im Jahre 1813 weilte nochmals ein König von Preußen auf dem Berg. Friedrich Wilhelm III. besuchte am 9. Mai von Pulsnitz aus diese Erhebung. |
| Übernommen aus dem Heft "Keulenberg-Berg der Heimat" |