Das Jagdschlösschen

 

Die nordwestliche Felskuppe trägt die Reste eines früheren Berg- und Jagdschlösschens. Im Jahre 1733 ließ der sehr baulustige Rittergutsherr Christian Gottlieb Graf von Holtzendorf, Besitzer von Oberlichtenau, Bärenstein, Barreuth und Cunnersdorf, auf Veranlassung seiner Gemahlin Friedericke Sophie dieses Berghäuschen mit dem Aufgang errichten. Selbiger Graf erbaute 1726 bis 1730 das Schloß zu Oberlichtenau mit einer Parkanlage. 1742 wurde von ihm auch die Kirche in ihrem jetzigen Zustand erstellt. Das Bergschlößchen war sechseckig, von Granit und Ziegeln in zwei Stockwerken errichtet und ohne Dach etwa 20 Fuß hoch. Rechts befand sich ein breiter Söller (offener Anbau, Aufgang), zu dem eine Tür aus dem Erdgeschoß führte. Hier wurden Jagdfeste abgehalten. Einmal im Jahr am Maria Heimsuchungstag (2. Juli), wurde auf dem Platz und im Jagdschlößchen ein großes Fest mit Preisscheibenschießen abgehalten. Die Rittergutsherren von Oberlichtenau stifteten als 1. Preis einen silbernen, innen vergoldeten, mit Wappen und Namenszug versehenen Ehrenbecher. Dieses Volksfest wurde wahrscheinlich von der Frau von Holtzendorf gestiftet. Der Becher kostete immer annähernd 15 Taler und gleichzeitig bekam der Sieger eine Summe von 8 bis 10 Talern. Im Jahre 1804 wurde der letzte Becher vergeben. Der damalige Rittergutsherr Maximilian von Oerzen besaß nicht die nötigen Mittel dazu. Im Siebenjährigen Kriege wurden keine Feste abgehalten. Geschossen wurde auf einem Schießstand, der unterhalb des Lindengartens lag.

Übernommen aus dem Heft "Keulenberg-Berg der Heimat"