Schöne Jahre auf dem Berg
 

Noch vor Abhalten des Bergfestes 1955 gestaltete der Malermeister Geißler aus Oberlichtenau den Giebel der Baude neu. Eine Sonnenuhr und weitere dekorative Elemente schmückten nun den Giebel als Hauptanziehungspunkt unseres Keulenberges. Durch das Bergfest angeregt, erhielt der Keulenberg in den folgenden Jahren als Massenwanderziel neue Bedeutung. Ein rühriges und immer zuvorkommendes Wirtschaftsehepaar sorgte weiterhin für regen Zuspruch. Zu jeder Zeit war der Besucher willkommen, ob früh um fünf oder nachts um elf. es wurde immer geöffnet. Wo gibt es das heute noch??? Jeder ist noch voll begeistert von den Vereinsvergnügen die auf dem kleinen Saal gefeiert wurden. Sehr schöne Erinnerungen beleben noch jetzt die älteren Menschen. Das schönste war aber meist der Abstieg in die Ortschaften, wenn es am Horizont schon leicht hell wurde, oder die Sonne über die Lausitzer Bergkette schaute. Leider blieb diese Herrlichkeit nur wenige Jahre erhalten. Zwei Jahre, 1960 und 1961, gab es einen Motorrad-Geländelauf im Kreis Kamenz. Die Strecke führte auch über den Keulenberg. Von Reichenau kommend, verlief die Fahrt den steilen und sandigen Fußweg zum Gipfel hinauf und den Fahrweg nach Oberlichtenau hinab. Am 11. Juni 1961 übertrat ein Bildberichterstatter von Berlin die Absperrung, wurde von einem Fahrer leicht gestreift, verlor das Gleichgewicht und stürzte rückwärts zwischen zwei Felsquader, erlitt dabei einen doppelten Schädelbasisbruch, so daß er gegen 16.00 Uhr im Krankenhaus Kamenz verstarb.

Übernommen aus dem Heft "Keulenberg-Berg der Heimat"