Die Zeit nach dem Krieg

Die Verwüstungen durch Einheimische an den Gebäuden und an den Inneneinrichtungen der Anlage waren verheerend. Das Gleiche erlitt die Bergwirtschaft, die die Frau Höntzsch während des Krieges noch offen gehalten hatte. Ihr Mann war zum Heeresdienst eingezogen worden. Frau Höntzsch verließ vor Ende des Krieges den Berg und tat dies der Unsicherheit halber. Im Juli und August 1946 wurde der baufällig gewordene Holzgerüstturm von der Baufirma Geißler und Brückner, Pulsnitz, abgebrochen. Im Juni entfernte man die zwei eisernen Funktürme, die verschrottet wurden. Die Gebäude wurden weiter von der Landesregierung Sachsen verwaltet. In der Folgezeit baute man die Gebäude wieder aus. Im Februar 1948 wurden die Räume von SED-Kreisparteischule bezogen. Hier spielt ein trauriges Kapitel mit hinein. Der Lehrgang April der Parteischule brachte es fertig, unter Mitwirkung einiger Oberlichtenauer Schulungsteilnehmer, den Obelisk des Augustusdenkmals zu stürzen. Ebenso wurde im Mai das Bismarckdenkmal gestürzt. Hier muß man sich nur fragen, wessen Geist ist in solchen Köpfen. Das war auch - Politik. Ein Jahr später verließ die Parteischule die Anlage und zog nach Ohorn. Am 9. Juli 1949 eröffnete die Kreisvolkssolidarität in den Räumen ein Kindererholungsheim. Bürgers Erben ließen unter erheblichen Kosten die Bergwirtschaft wieder vorrichten. Frau Klette übernahm die Räume in Pacht. Die Einweihung war am 30. Juli 1949. Die Bergwirtschoft erhielt nun Wasser und Strom von den Räumen der ehemaligen Luftwaffe. 1950 verließ das Kreiskinderheim die Räume. Das Sozialheim für Geistesschwache wurde untergebracht. 1953 verkaufte der noch alleinige Erbe Fritz Bürger, Hauswalde, die Bergwirtschaft an den früheren Pächter Arthur Höntzsch. Die Pacht Klette löste sich auf und Höntzsch übernahm die Wirtschaft als Eigentümer. Im selben Jahr errichtete der VEB Sachsenwerk Radeberg ein Zweiturmbauwerk zur Erforschung und Entwicklung des Fernsehwesens. Der Holzgerüstturm für Vermessungszwecke, in gleicher Höhe, in derselben Gestalt und Breite, wie er 1936 schon einmal gebaut worden war, ist 1954 wieder errichtet worden.

Übernommen aus dem Heft "Keulenberg-Berg der Heimat"