Ode auf den Keulenberg
Hier, auf des Musenberges Spitze,
wo ich beglückt im Stillen sitze
und in die Ferne schauen kann.
Seh ich, o Keilberg, deinen Gipfel
den waldigen und steilen Wipfel
mit sehnsuchtsvollen Blicken an.

Von dir kann ich die grünen Auen
und reifen Felder überschauen
und wie hier die Natur regiert,
wie junge Burschen hier mit Freuden
am kühlen Pulsnitzstrande weiden
den schattiges Gesträuche ziert.

In Wäldern hör' ich Büchsen knallen
und durch die Täler widerhallen:
dabei ertönt der Hunde Laut,
die mutig durchs Gebüsche springen,
ein aufgebrachtes Schwein umringen,
das wütend grimmig um sich haut.

Doch Winde fangen an zu stürmen,
man sieht wie sich die Wolken türmen
und schwärzende Gewitter drohn;
sie hüllen Berg und Wald in Decken,
willst du dich, Keilberg, auch verstecken,
wie bist du mir so bald entflohn.

Ein Teil Verse aus dem Dresdner gelehrten Auzeiger von Jahre 1751

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