| An das Vorhandensein von vergrabenen Schätzen auf dem Keulenberg erinnert die
Sage: (Ein Schnitzbild hing in der Gaststube des Bergwirtes).
Ein Bauer aus Gräfenhain fuhr Holz nach Pulsnitz und hatte dort das
ganze Holzgeld verspielt. Traurig und nachdenkend fuhr er nun durch den Wald unterhalb des
Keulenberges leer zurück. Da begegnete ihm ein Männchen, das fragte, ob es mitfahren
könnte. Der Bauer willigte ein und ließ bei der Weiterfahrt seinen Kopf hängen.
Auf die Frage des Männchens: ,,Warum so traurig?" klagte der Bauer seine Not. Das
Männchen machte ihm den Vorschlag, das Holz aufzuladen, welches hier am Wege stehe und
seiner Frau zu sagen: ,,Die Pulsnitzer Töpfer hätten das Holz nicht genommen."
Gesagt, getan, und die Fuhre ging wieder weiter. Unten am Walde angekommen, stieg das
Männchen ab, bedankte sich und verschwand. Nunmehr brachten die Pferde den Wagen nicht
mehr fort, das Holz wurde immer schwerer. Der Bauer warf Scheit um Scheit ab, bis er auch
das letzte Scheit abwerfen mußte. So kam er um Mitternacht mit leerem Wagen und leerem
Beutel zu Hause an. Zu seiner Frau sagte er: ,,Holz wollen die Pulsnitzer haben, aber
zahlen wollen sie nicht." Er ging zu Bett und konnte vor Ärger kein Auge schließen.
Am anderen Morgen lagen noch einige Splitter von dem HoIze auf dem Wagen. Er warf sie
herab und siehe, sie hatten einen seltsamen Klang. Sofort hob er sie wieder auf und sah,
daß es reines gediegenes Gold war. Jeder kleinste Splitter wurde aufgelesen. In Eile ging
er hinaus, um die abgeworfenen Scheite wieder aufzuheben. Nichts fand er, als die
hinterlassenen Spuren seiner Wagenräder und die Hufeindrücke seiner Pferde. Er hatte
sein Glück weggeworfen und konnte der reichste Mann der Welt sein. Immerhin waren die
Splitter schon ein großes Vermögen. Im dortigen Dorf galten noch vor einigen Jahren die
Nachkommen des Bauern als wohlhabende Leute.
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