fireanim.gif (12205 Byte) Die Nymphen und der Riese fireanim.gif (12205 Byte)

Am südlichen Abhange des Berges liegt eine einsame Waldwiese, die Nymphenwiese. Im Vollmondschein führen Nymphen ihre Reigen auf. Sehr selten bekommt ein Wanderer so ein reizvolles Wesen zu sehen. Auch der letzte Riese vom Keulenberg hatte auf der Jagd wiederholt einzelne Nymphen zu Gesicht bekommen. Sein Herz entflammte vor Leidenschaft. Immer wieder kam er zur Nymphenwiese, bis er eines Tages die schönste Nymphe, die sanft am Rande des Waldes schlummerte, erblickte. Schnell schlich er hinzu, fesselte rasch die ahnungslos Schlummernde, hob sie auf sein Roß und jagte mit dem Raube hinauf zur Burg. Der wilde Riese aber sollte sich des Besitzes dieser schönen Nymphe nicht lange erfreuen. Seine Tat war von den übrigen Nymphen beobachtet worden. Sie setzten nun alles daran, die Geraubte zu befreien. Sie riefen die Tiere des Waldes zur Hilfe. Diese kamen und umlagerten die Burg. Die Schar der Raben und der übrigen Vögel war so groß, daß kein einziger Sonnenstrahl in die Burg dringen konnte. Das Gekreische der Vögel war betäubend. Am Fuße der Burg wühlten die Eber, um diese zum Einsturz zu bringen. Dazu zog noch ein drohendes Gewitter herauf. Grelle Blitze zuckten, und der Donner war furchtbar. Da erschien der Bote der erzürnten Nymphen, ein Zwerg, vor der Burg und forderte die Freilassung der Gefangenen. Aber der wilde Riese ließ sich nicht erweichen. Plötzlich zuckte es hell auf. Es war, als stehe der Berg in Flammen. Ein Blitzstrahl hatte die Burg getroffen. Rauchwolken stiegen auf, krachend stürzten die Mauern auseinander. Mitten im Rauch stieg ein großer Vogel auf, der auf seinen ausgebreiteten Flügeln die befreite Nymphe trug und nach dem Nymphenschloß brachte. Der zum Tode erschrockene Riese aber rettete sich vor dem Verderben durch einen unterirdischen Gang, der von dem einen Eckturm ins Freie führte. Die Burg fiel in Trümmer, und von jenem Riesen hat niemand wieder etwas gehört. Der unterirdische Gang hat nach lange offen gestanden. Jetzt liegt er unter dem aufgemauerten Gang zum Felsen der Jagdschlößchen-Ruine. Es soll ein gewölbter Gang gewesen sein, der zum kleinen Keulenberg führte, die beiden Klöster verbunden hat und auf Schloß Oberlichtenau sein Ende nahm. Früher wollten Leute den Gang erforschen, mußten aber. weil die Lichter vorlöschten, wieder umkehren. Seit einer Reihe von Jahren ist der Eingang im Rittergut Oberlichtenau vermauert worden.

 

Zurück zu den Sagen