Am Ende der Welt...!
Zigeuner im Slovensky Raj

Wir dachten wirklich an nichts Schlimmes als wir uns an einem schönen sonnigen Tag zu einer Wanderung quer duch´s Slovensky Raj aufmachten.
Zuerst wollten wir das Auto an einer Wendeschleife, kurz hinter dem Ort "Letanovce", stehen lassen, doch als wir sahen in welcher Gegend wir gelandet waren zogen wir es vor schnell wieder umzukehren und unser Fahrzeug im Schutz des Ortes abzustellen. Wir waren am Rande eines Zigeunerdorfes angekommen ("Romska Osada") und das sah wirklich nicht besonders vertrauenerweckend aus. Wir waren alle ganz schön geschockt, daß es mitten in Europa, im Jahr 2000, neben all der Hochtechnologie, noch so viel Elend und primitive Existenz gibt. Die Häuser oder besser Hütten sahen aus wie Elendsquartiere aus den Slums von Brasilien. Von Strom aus der Steckdose oder von fließendem Wasser will ich lieber nicht reden. Ich sah einen Mann mit einer alten Autobatterie und vermute mal das war ihr "Kraftwerk" und am Anfang und Ende des Dorfes stand eine Schwengelpumpe die die Wasserversorgung darstellte. Die Kinder und auch die Erwachsenen liefen in zerschlissenen und schmutzigen Sachen herum und sahen auch selbst aus, als hätten sie schon tagelang kein Wasser zum Waschen gesehen. Doch allzu hungrig konnten sie nicht sein, denn als die Kinder zu betteln anfingen, wollten sie nicht etwa was zu essen, nein Geld und Zigaretten sollten wie ihnen geben. Die kleinen Strolche wußten auch genau in welcher Tasche von uns das Kleingeld klapperte und das der Abdruck einer rechteckige Schachtel in unserer Hose kein Radio, sondern Zigaretten waren. Und so liefen die Kinder bestimmt einen Kilometer neben uns her und wollten "Zigarett, Zigarett, Zigarett.....Krony, Krony, Krony.....! Was zu essen wollte keiner.

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Als sie merkten, daß bei uns nichts zu holen war, drehten sie um und hielten Ausschau nach den nächsten Wanderern die sich in ihr Gebiet verirrten. Mir taten die Kinder zwar leid, doch hätten wir ihnen etwas gegeben, wäre uns ihre Begleitung auf dem Rest unsere Wanderung sicher gewesen.
Ansonsten waren die Zigeuner eher harmlos und freundlich. Sie zeigten uns sogar den richtigen Weg zum Fluß "Hornad" wohin  unsere Wanderung gehen sollte. Ich würde aber trotzdem keinem raten sein Fahrzeug in der Nähe ihres Dorfes abzustellen. Es besteht ja immerhin die Gefahr, daß man in einem Auto nach Hause fahren will wo keine Räder mehr dran sind. Es war auch genau die richtige Entscheidung, das Auto in "Letanovce" stehen zu lassen sagte uns ein Gastwirt aus dieser Gegend. Er riet uns auch davon ab, das Dorf direkt zu besuchen und mal quer durch zu gehen.

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Er erzählte uns auch von Problemen die es mit den Roma gibt. Sie lassen sich nicht in die Gesellschaft integrieren, gehen keiner geregelten Arbeit nach, bestreiten ihren Lebensunterhalt zum größten Teil durch Diebstahl und Betteln. Sie bekommen zwar vom Staat eine kleine finanzielle Unterstützung, doch größten teils wird das Geld für Zigaretten und Alkohol ausgegeben. Es ist bekannt, daß in der Nacht Kartoffeln auf dem Feld gestohlen werden um sie am nächsten Tag, auf dem Markt, für einen Bruchteil ihres Wertes zu verkaufen. Und ich vermute mal das ist nur ein Beispiel von vielen. Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich, daß die Leute nicht besonders gut auf die Zigeuner zu sprechen sind.
Wir hatten aber keinen Grund uns über die nicht so richtig seßhaften Einwohner der Slowakei zu beschweren. Es gab absolut keine Zwischenfälle mit ihnen und an das Betteln der Kinder muß man sich halt gewöhnen.

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kurze Wegbeschreibung
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